| Haidachstellwand |
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| Written by Paul Uhl | |
| Mittwoch, 15 August 2007 | |
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Bergtour im Sommer 07: Die Haidachstellwand im RofanIm August war es so weit, dass wir es ohne Bergwanderung fast nicht mehr aushielten. Und im Internet prophezeiten sie für dem Raum Innsbruck zwei schöne Tage: Sonntag und Montag… Nix wie hin! Ich buchte uns eine Unterkunft im Cordial-Hotel in Achenkirch und Sonntag früh um Sieben rollte unser Toyota über die B 12 und die B15 über Wasserburg, Rosenheim und den Tegernsee zum Achensee hinunter.
Am Tegernsee hielten wir Kaffeepause (unser 2. Frühstück) auf der Terrasse eines Seecafés und gegen Mittag traten wir vor die Rezeption unseres Hotels. Sie gaben uns eine schöne Junior-Suite mit großem Balkon, wir aßen darin noch eine mitgebrachte Kleinigkeit und begannen eine kleine Wanderung: Zuerst hinauf zu einem schönen Wasserfall, dann promenierten wir über den Höhenweg, der später wieder ins Dorf hinunterführt. Unterwegs fand ich – mit Gerlindes Unterstützung - tausend Fotomotive im Wald und auf den Waldwiesen: Schmetterlinge, seltene Blumen, Gräserrispen, rote Beeren und Blätter mit Tautropfen darauf, knorrige Äste und verdorrte Zweiglein. – Wie schön ist doch die Natur! Eine Lücke im Wald gab den Blick auf unsere Unterkunft frei – alles toll! Gegen Vier waren wir zurück in unserer Suite, legten uns ein Stündchen hin, freuten uns an der Sonne auf dem Balkon und zum Abendessen zogen wir uns schick an und genossen die Spezialitäten des Hauses… Man soll das Leben ja genießen… Zur Verdauung marschierten wir zum See hinunter und genossen die Ruhe und Schönheit des Dorfes und den Blick in die Berge. Dennoch: Der Wind ging schon recht kalt und, da wir fröstelten, kehrten wir ins Hotel zurück. Schnell aber noch ein Foto von einem Stein, der wie ein Krokodil aussieht: Gerlindes Handy weckte uns um 06.50 und das Frühstück dauerte von halb acht bis acht. Bedauerlicherweise verzogen sich heute die Nebel kaum, der Wind war noch kälter und über den Bergen drohte schwarzgraues Gewölk. Das sah aber gar nicht gut aus! Dennoch fuhren wir mit dem Auto nach Maurach, kauften an der Rofan-Seilbahn Karten und ließen uns „hinaufbaggern“ (mein Kletterkumpel Werner nannte ja in den 60ern jede Seilbahn „Idiotenbagger“). An der Erfurter Hütte schnürten wir die Stiefel fester und legten die Anoraks obenauf im Rucksack bereit … Noch eine unangenehme Überraschung erwartete uns! Hier oben waren Bauarbeiten im Gange, offensichtlich wird eine weitere Seilbahn oder ein Lift gebaut… Ein Hubschrauber lärmte nervtötend und überlaut. Ich bekam vor Lärm gleich das Zittern und erinnerte mich, dass die Chinesen (früher?) mit Lärm folterten und töteten… Was half es, wir verzogen uns seitlich ein Steiglein hinunter, weg von diesem Krach. Unser Ziel war heute die Haidachstellwand, ein Gipfel, der nur selten Besucher hat, weil es im Aufstieg eine gesicherte Kletterstelle gibt… Im Seitental führte unser Weg am Gegenhang wieder bergauf. An den Hängen grasten Kälber, die uns genau beäugten, dann aber doch widerwillig den Weg frei gaben. Der Hubschrauber machte längere Zeit Pause, es war herrlich still, nach einer Weile nahm er den Flugbetrieb wieder auf, er war aber so weit entfernt, dass er uns nicht mehr störte. Das Steiglein führte in großen Zick-Zack-Windungen hinauf, bis an die Felsen. Zu unserer Freude wuchsen hier oben Hunderte von Edelweiß! Weniger erfreut waren wir, als es zu tröpfeln begann… Wir zogen die Anoraks aus dem Rucksack. Vom Gipfel trennten uns ja nur noch 15 Minuten, wir wollten ihn ungedingt besteigen, danach würden wir halt im Regen auf der Ostseite absteigen, da hatte ich in der Karte einen sicheren, leichten Steig gesehen… Nach der Kletterstelle trafen wir auf ein Paar aus Dresden, das kurz vor uns an der Seilbahn aufgebrochen war. Der Mann hatte seinen Accu in der Kamera leer geschossen und wollte aber noch Edelweiße knipsen… Ich verkaufte ihm 2 meiner Reservebatterien, dann stiegen wir gemeinsam die wenigen Meter zum Gipfel hinauf. Es war ungemütlich! Es nieselte bereits, der Wind fegte mit Stärke 6 über die Höhen. „Schnell etwas trinken, einen Happen essen und dann sofort absteigen!“ – Schlug ich vor. Dennoch musste ich noch ein paar Fotos mitnehmen: Direkt an der senkrecht abstürzenden Felskante standen einige Alpenrosen. Zwar fast schon verblüht, aber mit dem finsteren Steilkar des gegenüber aufragenden Berges war es ein herrliches Motiv! Gerlinde und ich machten uns auch gleich an den Abstieg. Bei dem Steinmann, wo der Steig rechts vom Plateau hinunterführte, wäre der Abzweig nach links zur Edelweißwiese hinüber gewesen. Da ich aber im Aufstieg schon –zig dieser Bergblumen fotografieren konnte, verzichteten wir darauf… 10 Minuten später sahen wir blauen Himmel über uns, die Sonne kam heraus und trocknete unsere regennassen Gesichter! Dort unten, am Krahnsattel hatten sich Bergsteigerkameraden unter einem überhängenden Felsen ein gut geschütztes Dauerbiwak eingerichtet. Diese Kameradschaft war nun ein Verein geworden und den nördlichen Gipfel der Haidachstellwand hatten sie mit einen Bergkreuz versehen. Das war „ihr Gipfel“! Er hatte „Clesida“ geheißen - nun aber war es ihr „Hexenstein“! Das Wetter besserte sich rasch und bald kamen uns auf dem Rückweg zur Erfurter Hütte Tagesausflügler in Sommerkleidung und leichten Halbschuhen entgegen. Natürlich hörte ich nicht auf, Fotos von schönen Pflanzen und Blüten zu schießen, was unheimlich Zeit kostete. Aber die hatten wir jetzt ja! Es wurde noch ein schöner Bergtag! An einer schönen, sonnigen Stelle genossen wir eine deftige Brotzeit aus dem Rucksack. Zurückblickend zu „unserem Berg“, stellten wir fest, dass sein Gipfelaufbau aussieht wie der Kopf eines schlafenden Hundes – oder? Schließlich fuhren wir mit der Seilbahn hinunter ins Tal. In Maurach beim Fischerwirt – da gibt es immer ganz hervorragende Käspressknödel! Diese genossen wir noch, ehe wir mit unserem umweltverträglichen Hybridauto nach Hause düsten… Paul Uhl, 13. Aug. 07 |
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| Last Updated ( Montag, 03 Dezember 2007 ) |
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